Archive für 3.2.2008

Bereit ?!

Wie oft leben wir in den Tag hinein. Planen den morgigen Tag. Ich weiß, dass um 6.15 der Wecker klingelt, dass ich dann aufstehe, den Kindern das Frühstück mache, ich fahre um 7.00 Jana und Sebastian ins Dorf zur Bushaltestelle, hole die Tageszeitung aus dem Sammelrohr (bei  unseren 100 Einwohnern wird die Tageszeitung nicht von Haus zu Haus getragen), danach frühstücke ich mit Peter, wenn er aus dem Stall ins Haus kommt. Und so hat der Tag sein Programm. Abends lege ich mich dann schlafen und stelle den Wecker für morgen. Weiß ich wirklich, dass ich den Wecker noch brauche, noch höre?Heute morgen im Gottesdienst haben wir die traurige Nachricht erfahren, dass heute Nacht ein lieber Freund gestorben ist. Er hat gestern Abend sicher noch damit gerechnet, heute morgen mit seiner Frau zum Gottesdienst zu kommen. Das war sicher „sein“ Plan. Doch Gott hat ihn zu sich gerufen. Ich habe mal gehört, dass jemand gesagt hat: Gott hat diesen Menschen so sehr lieb, dass er ihn bei sich haben will. Ja, ich glaube, so ist das.Ich frage mich, bin ich denn bereit, wenn ich morgen früh nicht mehr wach werde? Habe ich denjenigen verziehen, habe ich mich mit den jenigen versöhnt, die mir nicht liegen? Habe ich mein Leben vor Gott in Ordnung gebracht? Kennt mich Jesus beim Namen, wenn ich vor ihm stehe? Ich will mein Leben in Ewigkeit bei Jesus verbringen und dazu möchte ich hier ein Leben führen, dass Gott gefällt. Ich bin traurig, geschockt, und kann es nicht fassen. Gestern haben wir noch miteinander telefoniert. Mir fällt ein Lied ein, dass Jürgen Werth geschrieben hat. Es ist ein kleiner Trost.

Nun bist du fort

Nun bist du fort, und nichts auf dieser Welt bringt dich zurück. Nun bist du fort. Hätt’ ich dich nie gekannt,
wär dieser Tag ein Tag wie tausende zuvor. Doch nun wisch ich mir ganz verschämt  die erste Träne vom Gesicht.
Nun bist du fort … Schon gut – ich weine nicht !
Du hast geglaubt an den, der selbst die Auferstehung war.  Du hast geglaubt, und du hast oft gesagt,
wenn du mal gehen musst, gehst du zu ihm. Doch sag, was bleibt mir nun von dir, was ist davon schon von Gewicht?
Nun bist du fort …
Schon gut – ich weine nicht ! Ich weiß, du lebst, du bist nun frei und froh wie nie zuvor. Ich weiß, du lebst, doch schreibst du nie mehr einen Brief, rufst nie mehr an. Du lebst, als wärst du tot.
Ich weiß, ich weine nur um mich. Wie ich ihn hasse, den Verzicht!
Nun bist du fort … Schon gut – ich weine nicht !
Ich weiß nicht wie, doch hinter Wolken sehe ich ein schwaches Licht. Ich weiß nicht wie, doch du, ich freu mich auf einmal ganz leis für dich. Du weißt nun mehr als ich. Ach du, ich tu dir sicher leid, wie ich hier steh im Kerzenlicht. Nun bist du fort … Doch schau – ich weine nicht!  Du bist zu Haus, du gingst mir nur ein kleines Stück voraus. Du bist zu Haus! Die Uhr an deinem Arm steht nun für immer still; die Zeit hat ausgedient.
Der Tod, die Schmerzen sind vorbei. Ich glaub, zurück willst du wohl nicht.
Nun bist du fort … Denn du lebst in Gottes Licht.
  

|