Archive für Februar 2008

alles im Schuhkarton

Es gibt Sachen, mit denen man mich jagen kann. Lieber würde ich 10 Abrechnungen für WW machen, oder putzen, backen, Gartenarbeit machen oder irgendetwas anderes, alles, nur nicht immer dieser Papierkram.

Aber 4x im Jahr muss ich meine Unterlagen sortiert meinem Steuerberater schicken und ich bin immer überrascht, wie schnell die Zeit vergeht. Wenn ich mal dran bin, dann gehts, nur, wenn ich den Schuhkarton mit all den Belegen und Rechnungen aus meinem Schrank hole, dann kann das wetter noch so schön draußen sein. Ich habe dann das Gefühl, über meinem Schreibtisch ist das schlimmste Wetter. Und was macht man bei schlechtem Wetter? Man spannt sich einen regenschirm über. Ja, das werde ich dann mal machen: der Ofen ist an, mein frisch gekochter Tee steht neben mir, eine schöne MusikCD läuft im Hintergrund….. und draußen regnet´s tatsächlich.

Was fest steht: ich werde mich nach getaner Arbeit belohnen. Mit was? Mal schaun. Und ich werde mir wieder vornehmen, das nächste Mal nicht so lange zu warten, bis ich für 3 Monate alles auf einmal machen muss. Es könnte so einfach und schnell gehen.

Das ist dann wohl meine Baustelle.

RitaN

Bereit ?!

Wie oft leben wir in den Tag hinein. Planen den morgigen Tag. Ich weiß, dass um 6.15 der Wecker klingelt, dass ich dann aufstehe, den Kindern das Frühstück mache, ich fahre um 7.00 Jana und Sebastian ins Dorf zur Bushaltestelle, hole die Tageszeitung aus dem Sammelrohr (bei  unseren 100 Einwohnern wird die Tageszeitung nicht von Haus zu Haus getragen), danach frühstücke ich mit Peter, wenn er aus dem Stall ins Haus kommt. Und so hat der Tag sein Programm. Abends lege ich mich dann schlafen und stelle den Wecker für morgen. Weiß ich wirklich, dass ich den Wecker noch brauche, noch höre?Heute morgen im Gottesdienst haben wir die traurige Nachricht erfahren, dass heute Nacht ein lieber Freund gestorben ist. Er hat gestern Abend sicher noch damit gerechnet, heute morgen mit seiner Frau zum Gottesdienst zu kommen. Das war sicher „sein“ Plan. Doch Gott hat ihn zu sich gerufen. Ich habe mal gehört, dass jemand gesagt hat: Gott hat diesen Menschen so sehr lieb, dass er ihn bei sich haben will. Ja, ich glaube, so ist das.Ich frage mich, bin ich denn bereit, wenn ich morgen früh nicht mehr wach werde? Habe ich denjenigen verziehen, habe ich mich mit den jenigen versöhnt, die mir nicht liegen? Habe ich mein Leben vor Gott in Ordnung gebracht? Kennt mich Jesus beim Namen, wenn ich vor ihm stehe? Ich will mein Leben in Ewigkeit bei Jesus verbringen und dazu möchte ich hier ein Leben führen, dass Gott gefällt. Ich bin traurig, geschockt, und kann es nicht fassen. Gestern haben wir noch miteinander telefoniert. Mir fällt ein Lied ein, dass Jürgen Werth geschrieben hat. Es ist ein kleiner Trost.

Nun bist du fort

Nun bist du fort, und nichts auf dieser Welt bringt dich zurück. Nun bist du fort. Hätt’ ich dich nie gekannt,
wär dieser Tag ein Tag wie tausende zuvor. Doch nun wisch ich mir ganz verschämt  die erste Träne vom Gesicht.
Nun bist du fort … Schon gut – ich weine nicht !
Du hast geglaubt an den, der selbst die Auferstehung war.  Du hast geglaubt, und du hast oft gesagt,
wenn du mal gehen musst, gehst du zu ihm. Doch sag, was bleibt mir nun von dir, was ist davon schon von Gewicht?
Nun bist du fort …
Schon gut – ich weine nicht ! Ich weiß, du lebst, du bist nun frei und froh wie nie zuvor. Ich weiß, du lebst, doch schreibst du nie mehr einen Brief, rufst nie mehr an. Du lebst, als wärst du tot.
Ich weiß, ich weine nur um mich. Wie ich ihn hasse, den Verzicht!
Nun bist du fort … Schon gut – ich weine nicht !
Ich weiß nicht wie, doch hinter Wolken sehe ich ein schwaches Licht. Ich weiß nicht wie, doch du, ich freu mich auf einmal ganz leis für dich. Du weißt nun mehr als ich. Ach du, ich tu dir sicher leid, wie ich hier steh im Kerzenlicht. Nun bist du fort … Doch schau – ich weine nicht!  Du bist zu Haus, du gingst mir nur ein kleines Stück voraus. Du bist zu Haus! Die Uhr an deinem Arm steht nun für immer still; die Zeit hat ausgedient.
Der Tod, die Schmerzen sind vorbei. Ich glaub, zurück willst du wohl nicht.
Nun bist du fort … Denn du lebst in Gottes Licht.
  

Tarek und Cola

Tarek und Cola gehören auch zu unserer Familie. Es sind unsre Hofhunde. Beides Appenzeller Sennenhunde, Vater und Tochter. Eine Klingel brauchen wir nicht, die beiden passen sehr gut auf, wer auf den Hof kommt. Und rufen wir: Wo sind die Kühe? Laufen sie los und halten die Kühe um, wenn diese mal ausgebüchst sind. Beides sehr treue, liebe Hunde.

Als ich am Mittwoch Mittag aus dem Treffen nach Hause kam, lag Cola leblos in der Garage. Ganz schwach hat sie nur noch geatmet. Die Augen waren ganz verdreht. Peter hat gleich mal nachgeschaut, keine Verletzungen zu erkennen. Komisch, was war mit ihr passiert? Sie reagierte auf gar nichts mehr. Hätten wir sie zum Tierarzt, er hätte sie sicher eingeschläfert. Mh, was tun? Wir haben sie erstmal in die Waschküche auf dicke Decken gebettet. Ob sie dich Nacht überlebt? Wir hatten die Hoffnung aufgegeben. Am Donnerstag morgen war ihr Zustand noch schlechter. Schwaches atmen, keine Reaktion. Ich hatte gehofft, dass ihr Leiden am Abend, wenn ich Donnerstags vom Treffen heimkomme, ein Ende gehabt hätte. Am Abend, nichts, sie atmete noch….. Am Freitag hatte ich dann meinen Zahnarzt Termin in Siegen. Ich fuhr morgens schon los und bat Peter, doch etwas mit dem Hund zu machen, Tierarzt? Irgend etwas, nur sollte Cola nicht mehr leiden. Abends kam ich heim, mein erster Blick auf Cola, sie hob den Kopf!!! Sarah hatte eine Schüssel mit Haferflockensuppe hingestellt. Die hielt ich ihr hin. Mit großem Appetit hat sie diese leer geschleckt. Noch sehr schwach, aber lebendig.

Als ich heute morgen nach ihr schaute, saß sie da, kam auf mich zu und gab mir “Pfötchen”. Ein Wunder !!!! Jetzt liegt sie draußen in der Sonne, wir haben ihr “Kraftnahrung” gegeben und sie hat großen Appetit. Logisch, hat sie doch 3 Tage nichts gefressen. Sie lag, wie im Koma. Keine Ahnung, was sie hatte. Hatte sie eine Vergiftung, ist sie in ein Auto gelaufen?? Keine Ahnung.

Wir sind uns sicher, man hätte sie in diesem Zustand eingeschläfert. Wir können es nicht fassen - es ist ein Geschenk, ein Wunder, dass sie leben darf. Gott sei dank - wem denn sonst!

Ich darf heute ruhen, mein Zahnarzt hat das angeordnet. Finde das auch ganz gut, dann darf ich einfach mal sitzen und mir ein Buch zur Hand nehmen. Und das ganz offiziell :-))

RitaN